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Turn around your mindset – Fehler müssen gemacht werden

Wenn dieses Jahr eine Farbe wäre, welche würdet Ihr wählen? Rot für die Alarmstufe? Blau für die Sehnsucht nach Meer? Schwarz, weil es das ist, was ihr zu Zeit seht?
Um die Farben außerhalb des Coronadeckmantels zu erblicken, muss man schon ein ganz schön gefestigtes Mindset besitzen. Denn es scheint, als würde Corona-Mona unter unseren Füßen kleben, wie der Fußboden bei Burger King. Not nice at all. Da also öfter die Grenzen des positiven Mindsets in Sicht sind, muss ich in letzter Zeit an eine vergangene Situation denken.

In einem Seminar der Uni kam ich erstmal mit der Thematik „Unfallforschung“ in Berührung. Die Wahl fiel weder aus Interesse noch aus Motivation auf das Seminar, sondern schlicht und ergreifend wegen der benötigten Punkte. Die Vorlesung „Unfallforschung“ um 08:00 Uhr morgens war in meinem Kopf ehrlich gesagt schon als kleine Verdammnis am Donnerstag abgestempelt. Die ersten Stunden wurden auch nicht sonderlich besser. Die Dozentin am Pult war eine meiner Lieblinge. Sie hatte ein Buch über die Thematik geschrieben und füllte ihre Zeit damit genau aus diesem Buch vorzulesen. Ausschließlich. Wenn ein Seminar so oder mit einer Referatsliste anfängt, weißt du als StudentIn schon: das wird hier nichts mehr.

Glücklicherweise hatte es einen Wendepunkt gegeben. Ob ich mit dem Kopf auf die Tischplatte gekracht war oder einen Alptraum hatte, ich weiß es nicht mehr so genau. Jedenfalls weckte die Story hinter der Thematik mein Interesse. Denn in meinem Kopf erinnerte ich mich an die Worte meiner ehemaligen Englischlehrerin. Diese hatte fast alle Niederlagen, die sie zu beschwichtigen versuchte mit einer Geschichte untermauert. Die Geschichte der Erfindung des Penizillins. Der Schotte Alexander Fleming, ein Mediziner des frühen 20. Jahrhunderts, lässt 1928 eine Bakterienkultur mit Staphylokokken offen in seinem Labor liegen und fährt in den Urlaub. Nach der Rückkehr bemerkt er, dass sich auf der unverschlossenen Petrischale der Schimmelpilz Penicilium notatum gebildet und die Bakterien vernichtet hat. Er hält seine Assistentin, die den neuartigen Befund für irrelevant hält, davon ab diese zu entsorgen. Er selbst hält die Entdeckung für bedeutsam und experimentiert weiter. 14 Jahre später kommt Penicillin auf den Markt. Gefolgt von einem Nobelpreis für eine bahnbrechende Entdeckung.

Diese Geschichte ging mir nie so wirklich aus dem Kopf und als ich zehn Jahre später auf meinem Platz im Audimax saß, war es als hätte mir jemand den Stecker eingesteckt.
Ja, selbst die Glühbirne ist nicht das was wir von ihr halten. Nicht einmal das, was wir über den Erfinder zu wissen glauben. Edison, der Erfinder der Glühbirne? Wurde mir auch so beigebracht, stimmt aber nicht so ganz. Vor der elektrischen Glühbirne, wie wir sie heute kennen, lag ein langer Weg, der eher einem Wettrennen glich. Die Visionäre und Tüftler scheiterten abermals und aus ihrem Versagen profitierte ein Anderer. Am Ende gelang es Edison vor allem deshalb die revolutionäre elektronische Glühbirne auf den Markt zu bringen, weil er alle Patente besaß, die es anderen Erfindern nicht möglich machte zu konkurrieren.

Neue Techniken und Innovationen sind nicht nur an die Motivation des Erfinders gebunden, sondern ebenfalls an Bedürfnissen und außerdem an Ängsten der Gesellschaft. Wenn die Angst vor dem Unfallrisiko zu hoch ist, wird die Erfindung nicht akzeptiert. Mit der Erfindung der Eisenbahn war das Bedürfnis der Mobilität befriedigt, doch nach dem ersten tragischen Unfall, der Menschenleben kostete, stieg auch die Skepsis. So ist es bis heute. Doch meist siegt die Neugierde des Menschen. Unerschöpflich und manchmal entgegen der eigenen Vernunft.

Die Erkenntnis, dass unsere Geschichte auf Unfällen und Fehlern basiert und an den verschiedensten Faktoren geknüpft ist, bewegte ein Gedankenrad in meinem Kopf. Projiziert auf unser eigenes Versagen kann eine neue Anschauung gewonnen werden. Die Frage: „was wäre wenn?“ ist demnach der falsche Ansatz. Schwingen wir unser Mindset also in eine andere Richtung. In die Richtung der Visionäre, deren Neugierde über alle Verluste trumpft, weil der Drang des Schaffens den Drang des Scheiterns schon im Gedankengang besiegt.
Unterbewusst erkennen wir Probleme ebenfalls durch Auschlussverfahren. Warum nicht auch Fehlversuche von Anfang an als Ausschlussverfahren sehen? Den Sinn des Großen und Ganzen erkennt man so oder so erst am Ende. Bis dahin bleibt also nichts anderes übrig, als unsere Fehlversuche zu akzeptieren. Im besten Fall jedoch auch zu interpretieren als step to the goal oder als Anfang von etwas das nur besser werden kann.

Xoxo

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