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Horrorszenario: Vorstellungsgespräch

Ein Phänomen, das ich beherrsche wie das Atmen. Stellt euch vor es steht eine lange Liste mit Dingen an, die unbedingt erledigt werden müssen. Dann werde ich stets mit Punkt zwei, drei, vier oder fünf anfangen, statt mit Punkt eins. In meinem Kopf hat sich der Gedanke manifestiert, dass der erste Punkt der zu erledigenden Dinge auch der Herausforderndste ist. Punkt zwei und die darauf folgenden dienen dazu mich mental auf diese Herausforderung vorzubereiten, weswegen ich meinem sensiblen Gemüt natürlich nicht zuviel zumuten möchte.

Wenigstens stimmt das Outfit

Nehmen wir an, dass ein wichtiges Vorstellungsgespräch ansteht. Dann wäre der erste Punkt mit Sicherheit die Vorbereitung auf das Gespräch und der zweite Punkt möglicherweise die Recherche. Der dritte Punkt ist in meinem Gedankenexperiment mindestens genauso wichtig, wie (in manchen Augen) banal: Das Outfit. Es steht fest, dass dich ein gelungener Look nicht vor Peinlichkeiten schützt. Auf der anderen Seite ist das neue Armband eine super Ablenkung, wenn der Satz mit „ääähhhh“ anfängt und mit „oder so“ aufhört. Darüber hinaus sollte sich dein Gegenüber immer von der bestmöglichen Seite in Erinnerung halten.

Die nächste ausgetüftelte Ausrede, die ich mir habe einfallen lassen, um mein Gewissen zu beruhigen: es gibt doch nichts über deine Motivation nach einer Shoppingtour. Ganz die Frau gilt hier das Prinzip der Veränderung. Steht ein Wandel an, der mit Stress verbunden ist, – oder auch einfach nur Stress, der ohne Wandel besteht – muss ein neuer Look her. Positive als auch negative Erlebnisse lösen im Gehirn des weiblichen Geschlechts einen Botenstoff aus, der sie dazu auffordert sich zu verändern. Mit einer Typveränderung ist der Gedanke verknüpft, dass sich nun auch Einstellung und Wesen verändert haben. Dieser Fall kann eintreten, muss allerdings mit einigen Regeln einhergehen.
Die erste und wichtigste Regel: schnelles Handeln und zwar während des Rausches. Am besten ziehst du dir die Klamotten direkt nach der Shoppingtour an, setzt dich an den Schreibtisch und fühlst dich wie eine neue Person, während du den Krams erledigst, den du in den letzten Stunden so erfolgreich verdrängt hast.
Die zweite Regel: Bist du damit fertig, ziehst du das Ershoppte aus und erst wenn der Termin, das Event oder what ever ansteht, legst du die Klamotten an, als würden sie dir Superkräfte in Form von unfassbarer Motivation verleihen.

Für manch einen mag diese Ansicht oberflächlich erscheinen. Für mich persönlich entspricht es nur der Wahrheit. Natürlich ist das Outfit nicht für jeden die Motivation, die so viel verändert. Allerdings fühle ich mich selbstbewusster, wenn ich mich wohl fühle. Aus diesem Wohlbefinden tanke ich anscheinend Kraft und Selbstbewusstsein. Der Trick scheint also kein Trick zu sein, sondern das einfache Einmaleins der Psychologie.
Neues Outfit bedeutet Wohlbefinden, bedeutet Motivation, bedeutet Selbstvertrauen, bedeutet schönere Ausstrahlung, bedeutet bessere Chancen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die Rechnung geht mit Sicherheit auch mit anderen Veränderungen auf, die das Selbstbewusstsein stärken.

Horrorszenario: Vorstellungsgespräch

Jeder geht anders mit wichtigen Ereignissen wie Vorstellungsgesprächen um. Die einen lässt es vollkommen kalt und die anderen schwitzen schon bei dem Gedanken daran und wieder andere verdrängen es, bis es dann soweit ist. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Meiner Meinung nach gibt es nichts unangenehmeres als die Stunden vor dem Gespräch bis zum Eisbrecher, der entscheidet, ob du im Rennen bist oder nicht. Mittlerweile ist das Internet voll von Ratgebern und Angeboten von Workshops. Denn eines ist sicher: die Chance ins Fettnäpfchen zu treten ist nirgends so groß, wie in einem Vorstellungsgespräch. Um den Einen oder Anderen vor Fettnäpfchen zu bewahren oder einfach zu unterhalten, habe ich mir gedacht, dass ich von meinen beiden schlimmsten Vorstellungsgesprächfettnäpfchen erzähle.

Mein erstes Vorstellungsgespräch hatte ich vor circa vier Jahren in einem Modehaus. Frisch nach dem Abi, natürlich absolut keine Ahnung was mich erwarten wird und zugegebenermaßen auch ziemlich unvorbereitet. Der Aufriss, um persönlich eingeladen zu werden war relativ groß. Die ersten Onlinetests, Motivationsschreiben und Telefonate waren geschafft und ich wurde tatsächlich zu einem Assessment Center eingeladen. Kurzer Spoiler zum Anfang: das Einzige was stimmte war mein Outfit. Ehrlich gesagt war ich kaum aufgeregt und möglicherweise auch ein bisschen übermotiviert zu Anfang. Natürlich kamen die zwei Dinge zusammen, die ich am meisten hasse:

1. Eine Vorstellungsrunde
2. Eine Vorstellungsrunde, in der ich fast als Letzte reden musste


War ich zu Anfang also noch die Ruhe in Person, bildeten sich von Vorstellung zu Vorstellung mehr Schweißperlen auf meiner Stirn. Jeder der Bewerber/innen erzählte circa drei Minuten über sich und seine Fähigkeiten und als ich dann endlich an der Reihe war, faselte ich sage und schreibe sieben Minuten. Und zwar nicht über mich und meine Fähigkeiten, sondern über mich, meine Eltern, meinen Bruder, meine Katze, mein Jahr in Australien, Dinge, die eher nicht so gut kann und Dinge, die mich nach vier Jahren immer noch so peinlich berühren, dass ich am liebsten meinen Kopf zwischen die Schranktür stecken und ordentlich zuhauen würde.
Ich habe den Job dann leider nicht bekommen…

Der zweite Vorstellungsgesprächfauxpas ist gar nicht so lange her.
Alles ging bis zur zweiten Minute ziemlich vielversprechend über die Bühne. Bis mich mein Gegenüber darauf ansprach, dass ich als Anschrift leider die Konkurrenz angegeben hatte, bei der ich mich ein paar Tage zuvor auch beworben hatte. Ein Moment der Stille, ein Moment der puren Verzweiflung und wäre das Fenster offen gewesen – ich wäre gesprungen.
Zum Glück hatte der Herr einen Sinn für Humor und sagte im Folgenden, dass doch jeder mal copy & paste gemacht habe. Nachträglich würde ich sagen, dass ich ganz gut mit der Situation umgegangen bin. Wie ein Profi presste ich die Arme so fest an meinen Körper, dass man die kreisrunden Ausbrüche nicht sehen konnte (zumindest hoffte ich das) und überspielte geschickt dass Zucken in meinen Wangen (zumindest hoffte ich das).

Die Moral von der Geschicht?

Gute Vorbereitung ist das A und O. Musst du dich erst motivieren, um etwas zu bewältigen, dann mach das. Sich wohlfühlen, bedeutet von innen heraus zu strahlen. Wenn dich jemand im Vorstellungsgespräch schikanieren will, wird er das auch ziemlich sicher schaffen. Du wirst im Boden versinken und dir wünschen nie geboren worden zu sein. Bist du allerdings gut vorbereitet und selbstbewusst, kannst du es trotzdem aus der peinlichen Nummer schaffen und dein Gegenüber wird das merken.

Businesslook

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