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Inspiration & Motivation – über Anekdoten und Rebellen

Anfänge

Mit zehn Jahren, besuchte ich damals ein katholisches, privates Mädchengymnasium. Nicht die Tatsachen, dass der Ruf der Schule ausgezeichnet war oder es weit und breit keine nervigen Jungs in meinem Alter gab, ließen mich die Entscheidung treffen auf genau diese Schule zu wechseln, sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, dass ich mich von den wunderschön verzierten Schultoiletten habe begeistern lassen.
Nach meinen ersten Tagen an der neuen Schule fiel mir nach und nach auf, dass der Schultag ganz und gar nicht so bunt wie besagte Toilettentüren waren.

Das einschneidende Erlebnis trug sich an einem Mittwochmorgen in der wöchentlichen Messe zu. Fünf Schülerinnen meiner Klasse wurden nach vorne gebeten, um eine Fürbitte vorzutragen. Mein Name fiel und im nächsten Moment, hatte ich das Gefühl, dass einige der Mädchen den Blick nicht von meinen neonpinken DrMartens wenden konnten. Das Getuschel in der Kirche wurde lauter und das Mädchen hinter mir lachte. Einen Monat später trug das besagte Mädchen neonpinken Dr. Martens in der Messe.

Ganz besonderen Einfluss auf meinen Modegeschmack hatte immer schon meine Mutter. Sie hat mich nicht nur so erzogen, unabhängig zu denken, sondern mir auch beigebracht wie ich das durch meine Klamotte nach außen ausstrahlen kann. Ich wollte mich nie anpassen und so aussehen, wie ein Mann eine Frau angezogen sehen will. Es geht mir nicht darum besonders sexy, aufreizend oder süß auszusehen, sondern vielmehr darum mich selbst so zu sehen, wie ich mir am besten gefalle.

Was Mode so interessant für mich macht

Es macht mich neugierig welche Auswirkungen meine Kleidung auf andere Menschen hat. Wirke ich sympathischer, wenn ich meinen Kleidungsstil der Masse anpasse? Im Endeffekt sollte das kein Thema sein und doch werden wir ständig nach unserer Kleidung beurteilt.

Meiner Erfahrung nach machen Kleider Leute. Ich bekomme Komplimente, werde von fremden Menschen auf der Straße angelächelt und verhalte mich ganz anders, wenn ich ein schönes Outfit trage. Ich bin selbstbewusster und mehr wie ich selbst, obwohl die Kleidung nicht zu meinem natürlichen Erscheinungsbild gehört.
Ich bin neugierig, wo der Trend in diesem und im nächsten Jahr hingeht, wie sich die Menschen zu ihrem heutigen Outfit inspirieren lassen oder wie sie sich dadurch verändern können. Die Wandelbarkeit ist grenzenlos und kann die Persönlichkeit eines jeden auf den Punkt bringen oder eben einer anderen Person dazu verhelfen, sich so zu zeigen wie er oder sie gerne wäre.

Wenn es um das Thema Kunst geht, behaupte ich, dass ich keine besonderen zeichnerischen Fähigkeiten besitze. Dafür kann ich vieles umso besser mit der Kombination meiner Kleidung zum Ausdruck bringen. Ich kann verrückte Ideen umsetzen und etwas Neues kreieren, mich inspirieren lassen und andere inspirieren, Signale senden und sogar provozieren. Ich kann mich immer wieder neu erfinden und den stetigen Wandel der Mode nachverfolgen ohne, dass sich ein Trend genauso wiederholt wie ein Anderer. Es ist faszinierend, wie vielseitig und weltoffen die Mode sein kann, wie sie so viele Menschen dazu inspiriert, kreativ zu sein und ihnen die Möglichkeit dazu gibt, so zu sein wie sie es gerne möchten.

Letzteres ist also nicht nur ein Bild nach außen hin, sondern eine Gewissheit für mich selbst, die mir das Gefühl gibt mich von der Masse abheben zu können, wenn ich das möchte und dass ich es für jeden sichtbar zum Ausdruck bringen kann.
Kleidung kann sich als Symbol der Rebellion oder aber gegenteilig als Symbol der Unterdrückung zu Eigen gemacht werden. Das Korsett, das den Körper der Frau in eine Normform und somit in das allgemeine Klischee der Frau presste oder die Männer – und Damenabteilung, die uns vorschreibt was wir zu tragen haben und was nicht.

Inspirationen

Über Anekdoten hinaus möchte ich außerdem von Inspirationen berichten. Eine Inspiration, die genau das Thema widerspiegelt mit dem ich mich befasse ist die englische Modeschöpferin Vivienne Westwood.

Westwood, ist die Erfinderin der Punk- Mode der 70er Jahre. Durch exzentrische Kombinationen erweckt sie die Aufmerksamkeit der Menschen, schockiert sie und hält sich an keine konventionellen Vorschriften. Ihre Mode soll nicht gefallen, sondern verändern. So setzte sie ein Zeichen gegen Sexismus und Rassismus und provozierte mit ihren Entwürfen wo sie nur konnte. Sie nähte Kampfansagen als Annäher auf ihre Jacken, verwendete Latex als Stoff und kreierte sogar eine S&M Modelinie. Außerdem sind Pelze für Westwood ein Tabu! Als überzeugte Tierschützerin weigert sie sich Pelze in ihren Kollektionen zu verwenden und verlagert politische Botschaften immer wieder auf den Laufsteg.

Sobald ein Trend zu bürgerlich wurde, wechselte die Modeikone ihren Stil und erfand sich so immer wieder neu.

 

Wird die Mode zu konventionell?

Trotzdem ich Mode als meine Leidenschaft bezeichnen kann, muss ich dazu auch auf andere Sichtweisen eingehen. Wer wie ich, viel Zeit damit verbringt sich mit den neusten Trends zu befassen, ist dabei heute nicht nur in Zeitschriften, im Fernsehen oder in der Stadt unterwegs, sondern hauptsächlich im Internet.

Besonders auf sozialen Netzwerken wie Instagram, ist die Frage nach „was hat man heute an?“ und „wie viele likes bekomme ich wohl für mein heutiges Outfit?“ ein täglicher Wegbegleiter. Kaum wegzudenken ist die Masse an Bloggern, deren Outfits wir von unseren Smartphones aus bewundern können oder die Überflutung von Spiegelfotos, mit denen jeder möglichst auffallen möchte.

Meiner Meinung nach ist es nicht nötig, einem Schönheitsideal nachzueifern oder einen Wahn zu verfolgen, den die Presse der Gesellschaft vorgibt. Viel wichtiger ist es, erfinderisch und kreativ zu sein. Genau das ist mit der Mode möglich.

Fast zwanghaft, wird jeden Tag ein neues Bild mit neuen Klamotten gepostet, wobei nach und nach zu erkennen ist, dass dabei die persönliche Note und vor allem die Message verloren geht. Jeder passt sich wiederum an, indem er sich selbst möglichst gut in Szene setzt. Die Mode ist kein Instrument mehr für eine provokante Botschaften, sondern nur noch ein Mittel zur Selbstinszenierung. Es geht um „Image“ und nicht mehr um „Freigeist“. In einem Trend voller Mitläufer ist es besser eine Vivienne Westwood zu sein.


P.s.: Freisprechen kann ich mich natürlich nicht davon.

Ein Kommentar

  • cbd

    An interesting discussion is worth comment. I do believe that you
    should publish more on this issue, it may not be a taboo matter but generally folks don’t speak
    about these subjects. To the next! Best wishes!!

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